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EKF_2012

89 S T A D T M E C K E N H E I M tete Stadtarchivarin Ingrid Sönnert. So habe Anfang des 17. Jahrhunderts Unklarheit über die rechtliche Situation des Ortes ge- herrscht, was steuerrechtliche Folgen für die Einwohner mit sich brachte. Die baten den Kurfürsten um Klärung. Ferdinand von Ba- yern verlieh daraufhin schließlich die Stadt- rechte – und ließ sich dies teuer bezahlen. 3000 Reichsthaler mussten die Mecken- heimer aufbringen – eine Summe, die sie nicht besaßen. Für die notwendige Anleihe brauchten sie die noch nicht ausgestellte Stadtrechte-Urkunde – eine verzwickte Situ- ation. Wie diese gelöst werden konnte, ist leider nicht überliefert. Mit den Stadtrechten erhielt Meckenheim auch die Mast- und Holz- rechte im Kottenforst sowie das Privileg, zwei Märkte abzuhalten. Die Grundherren- Rechte vom Cassiusstift einerseits und der Familie von Cler andererseits blieben unan- getastet, bis 1801 Napoleon die linksrhei- nischen Gebiete annektierte. Gleichzeitig ging auch das Stadtrecht verloren. Mecken- heim gehörte fortan zur „Mairie“ Adendorf. Erst 1929 gelang es Bürgermeister Max Mül- ler und Gemeindevorsteher Heinrich Rausch, Verlorenes wieder zu erringen. Meckenheim wurde zur „Landgemeinde Stadt Mecken- heim“. Die dem Rheinländer typischen Cha- rakterzüge thematisierte abschließend Dr. Dieter Pesch in seinem humorigen Vortrag „Wer et hätt jewoss oder die rheinische Lö- sung“. Umrahmt wurde der Festakt mit Musik aus dem 19. Jahrhundert von Mauro Giuliani, dargebracht von Gitarristin Martina Kölle und Violinisten Ingmar Meissner. Fast zu schade zum Anschneiden war die Geburtstagstorte, die mit dem Stadtwappen und Motiven aus den Ortsteilen verziert war. Pünktlich zum Jubiläum ist auch eine Pu- blikation erschienen. Im Band 3 der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt Mecken- heim“ mit dem Titel „Unser und unsers Ertz- stifts Stat Mecknheimb – Meckenheim be- kommt die Stadtrechte verliehen“ schildert Stadtarchivarin Ingrid Sönnert die geschicht- lichen Vorkommnisse auf etwa 30 Seiten ausführlich. Das Heft kostet 5 Euro und ist bei der Stadt Meckenheim erhältlich. Weil das Stadtrechte-Jubiläum auch zum Jahresmotto gewählt worden war, hat- ten sich zahlreiche Kulturveranstaltungen die Zeit um 1636 zum Thema gewählt. So präsentierte die Künstlergruppe EigenArt bei einer Ausstellung im Herrenhaus der Burg Altendorf eine Hommage an den großen Sohn der Stadt „Israhel van Meckenem“. Die Hexenverfolgungen in Meckenheim waren Thema des Vortrages „Da so viel ehrliche Leute sein verbrent“ von Dr. Thomas Becker im Katholischen Familienbildungswerk. „O Musica, du edle Kunst“, so lautete das Mot- to eines Chorkonzertes, bei dem der „Coro Piccolo“ der evangelischen Kirchengemein- de Meckenheim in der Pfarrkirche St. Petrus in Lüftelberg unter Leitung von Martin Kahle zu einer musikalischen Rundreise durchs 17. Jahrhundert einluden. In Kooperation mit der Kreissparkasse Köln und der Euromint GmbH hat die Stadt Meckenheim anlässlich des Jubiläums auch Gedenkmedaillen in Gold und Silber heraus- gegeben. Beide Prägungen zeigen eine his- torische Stadtansicht von 1659 auf der Vor- der- und das Stadtwappen auf der Rückseite, messen 30 Millimeter im Durchmesser und werden in höchster Prägequalität angeboten. Die Silbermünze besteht aus 999-er Feinsil- ber, kostet 45 Euro und ist auf 375 Exem- plare limitiert. Die Goldmünze – ebenfalls aus reinstem Edelmetall – muss bestellt werden. Insgesamt nur 75 Exemplare wird es geben. Der Preis beträgt je nach aktuellem Gold- preis etwa 649 Euro. Beide Gedenkmedail- len können nur über die KSK-Geschäftsstelle in der Meckenheimer Hauptstraße bezogen werden. Von Anita Borhau-Karsten 22. April 2012: Blütenfest in Meckenheim Meckenheim feierte Geburtstag...