
29 V E R B U N D : P O L I T I K + I M P U L S E Man muss Familienfreundlichkeit leben... Spilles: Wir haben die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, Bonn, beauftragt, ein Konzept aufzustellen. Ergebnisse erwarten wir bis Ende 2011. 2013 wollen wir mit der Erschließung begin- nen. Es liegen eine Menge Hürden vor uns, viele Grundstückseigentümer sind betroffen. Das Thema hätte deutlich früher angepackt werden müssen. Radermacher: Können die ersten Baukräne 2014 ihre Arbeit aufnehmen? Spilles: Ja, das ist realistisch. Wittges-Stoelben: Heißt das für die Me- ckenheimer Firmen, die sich erweitern wol- len, sie müssen Geduld haben? Spilles: Ja, leider verfügen wir im Moment nur noch über ein 20.000 qm großes Grund- stück im Industriepark. Aber ab 2014 kann im dann erweiterten Meckenheimer Industrie- gebiet wieder gebaut werden! Radermacher: Ein weiteres aktuelles The- ma interessiert uns: Der Rat hat grünes Licht gegeben und ist, um Schadensersatzan- sprüchen entgegenzuwirken, dem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt, die Ansiedlung eines ALDI-Marktes mit 900 Quadratmetern neben dem geplanten Edeka-Markt mit 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche in Merl-Steinbü- chel anzustreben. Ist das der richtige Weg? Spilles: Ich möchte hier noch einmal kurz den Sachverhalt darstellen: Meckenheim be- kam 2008 vor dem Verwaltungsgericht Köln wegen der Ablehnung der Ansiedlung eines ALDI-Marktes auf dem DRK-Gelände im Jahr 2001 in Merl Recht. ALDI hatte gegen dieses Urteil erfolgreich Berufung eingelegt und ist der Ansicht, dass die entsprechende Bauvor- anfrage aus dem Jahr 2001 hätte positiv be- schieden werden müssen. Diese Ansicht ver- tritt auch das Oberverwaltungsgericht NRW in seinem Urteil aus April 2011. Es sieht den im Jahr 1971 verabschiedeten Bebau- ungsplan für das ehemalige DRK-Gelände als nichtig an, weil u. a. Vorgaben der Bezirks- regierung nicht über einen Beschluss des damaligen Rates bestätigt worden waren. Die im Mai 2011 beim Bundesverwaltungs- gericht Leipzig durch die Stadt Meckenheim eingereichte Beschwerde zur Nichtzulassung der Revision wurde im August zurückgewie- sen. Damit besitzt das Urteil des Oberverwal- tungsgerichts NRW nunmehr Rechtskraft. Wittges-Stoelben: Das Gesamtkonzept Merl-Steinbüchel fußt auf einer Tragfähig- keitsanalyse, in der bereits Auswirkungen auf den Neuen Markt prognostiziert wurden. Der aktuelle Einzelhandelsreport der IHK besagt, dass Meckenheim bereits jetzt deutlich mehr Verkaufsfläche pro Einwohner hat als zum Beispiel Rheinbach. Dabei sind die Einzelhan- delsflächen auf dem Steinbüchel noch nicht berücksichtigt. Und auch die Einwohnerzah- len sind ja zurzeit noch rückläufig... Wir sind für Sie da durchgehend Mo.–Fr. 9.00–18.30 Uhr · Sa. 9.00–14.00 Uhr Meckenheim · Hauptstraße 55 Rheinbach · Hauptstraße 43–45